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  • Queridos Reisewege..

  • ..über die er hier berichten wird. Einige Eindrücke seiner Menschen und das ein oder andere wissenswerte Detail aus Skandinavien sollen natürlich auch dabei sein. Über Tipps und Anregungen aus der Heimat würden wir uns natürlich sehr freuen. >>**** Bitte beachten: Um Kommentare schreiben zu können, ist eine vorherige Registrierung als Nutzer aus technischen Gründen erforderlich.
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Eine Woche nur wir

Hallo Welt,

wenn ihr einmal die absolute Aufmerksamkeit eurer Leute genießen wollt und dazu die totale Freiheit, dann kann ich Euch so einen Inselurlaub nur empfehlen, denn außer uns Dreien war da die ganze Woche niemand weit und breit, außer Tiere natürlich. Ich brauchte nur an die Tür zu klopfen und es wurde mir geöffnet. Das Wetter war die ersten Tage nicht so schön, denn manchmal waren wir alle von oben bis unten nass, aber in der Hütte war es dann immer schön warm und alles war schnell wieder trocken. Das Jagdrevier – 500 m in der Länge und 100 m breit – war komplett für mich reserviert. Da musste ich mich schon zusammennehmen und einmal war wohl ein Uralt-Lemming dabei, so dass ich gleich alle vier wieder ausgebrochen habe. Wer weiß denn schon, welcher von den vieren das war. Jedenfalls haben mir da meine Leute dann alle vier abgenommen.

Große Tiere haben wir nicht gesehen, aber natürlich wieder Eulen, Kuckelie, Enten und andere Vögel, aber überhaupt keine Rentiere. Meine Leute haben leider auch keine Fische für mich gefangen.

Mit dem Ruderboot haben wir dann Ausflüge zur Hauptinsel unternommen und sind da am Ufer entlanggelaufen oder haben auch die Insel durchquert. In einem Teil der Insel war der Wald auch für mich etwas gruselig, denn nach nur wenigen Metern konnten wir nicht mehr erkennen, aus welcher Richtung wir kamen und wo wir hinmüssen. Zum Glück war es eine Insel und meine Leute sind auch immer gut ausgerüstet, denn in Lappland verschwinden immer wieder Menschen und sie bleiben dann auch verschwunden.

Deshalb muss man hier, auch wenn man nur 100 m in den Wald gehen will, immer die notwendigsten Sachen wie Karte, Kompass, Feuerzeug, Messer und auch GPS bei sich tragen. Denn, wenn man einmal die Orientierung verloren hat, sieht jeder Sumpf, jedes Stück Wald , jeder kleine Hügel und jede Bucht gleich aus und hohe Berge, wo man sich Orientierung verschaffen könnte, gibt es nicht.

Doch zurück zu unserer Hütte. Sie war sehr bequem – ich hatte ein eigenes Bett – und zu drei Seiten konnte ich gut die Umgebung betrachten. Wir hatten sogar elektrisches Licht von einem Sonnen-Panel, welches auf dem Dach installiert war. Trotzdem gab es bestimmt 30 Kerzen und unendlich viele Streichhölzer. Dabei sind unsere mitgebrachten Streichhölzer und Kerzen noch nicht einbezogen.

Das wichtigste Möbelstück in der Hütte aber war der Stahlofen. Wenn der Ofen bullerte, war es auch bald wieder schön warm.

Insgesamt lebten  wir eigentlich in einem kleinem Dorf, denn insgesamt waren da 6 Gebäude für uns: die Wohnhütte, die Holzhütte (ich brauchte nie Holz hacken), das Klohäuschen, das Kühlschrankhäuschen (war für mich verschlossen), das Vogelhäuschen (das war wohl nicht für uns)  und das Saunahäuschen.

Das Kühlschrankhäuschen war fast in die Erde eingegraben und darin haben wir unsere Lebensmittel gelagert. Dort war es immer um die 4 Grad kalt. Da ist nichts verdorben.

Am wärmsten dagegen war es in der Sauna, wen meine Leute da den Holzoffen angezündet haben. Das war für sie ein richtiges Ritual. Zuerst musste Holz in die Sauna gebracht werden, dann viele Eimer mit kaltem Wasser aus dem See ( Es war ja genug davon da) und dann die Sachen, die sie für ihren Geruch brauchen ( was aber nie bei der Jagd hilft) . Ich bin immer nur bis zur Tür gegangen. Nicht einmal die Wärme war das schlimmste, aber die Planscherei mit dem Wasser, egal ob warm oder kalt, liegt mir ja nicht so, wie ihr wisst.

Hinsichtlich Wasser habe ich aber auch viel dazugelernt. Ich kann jetzt alleine in Boote ein- und aussteigen und auch im Schilfgürtel jagen, um z.B. zu kleinen vorgelagerten Steinen zu kommen.

Jetzt bin ich wieder in Ukonjärvi zurück und muss mich mal wieder ordentlich ausruhen, denn täglich viele Stunden allein im Wald, das hinterlässt Spuren. Ihr solltet mal meine hervorstehenden Rippen sehen. Da werde ich Mühe haben, die wieder schön rund einzupacken.

Bis bald

Querido